Die Wasserfolter
Die Geschichte
Wasserfolter Wasser ist grundsätzlich so gebrauchsfertig und einfach anzuwenden, dass Folterknechte es auf vielfältige Art und Weise über viele Jahrhunderte anwandten. Am einfachsten ist es, das Opfer zum Trinken zu zwingen:

Zuerst erscheint dies eine willkommene Erleichterung nach all den erlittenen Qualen; doch dann wird das Opfer satt, aufgedunsen und bekommt starke Beschwerden. Die Auswirkungen wurden von William Lightow, einem Schotten, der im Jahr 1620 in Spanien irrtümlich für einen Spion gehalten wurde, dramatisch beschrieben. Nachdem man ihn auf die Folterbank gelegt hatte:
" ... der Folterknecht ... ging zu einem irdenen Krug voller Wasser, dicht bei meinem Kopf; von daher holte er einen Topf voll Wasser, in dessen Boden ein Loch eingeschnitten war, das er mit seinem Daumen abdichtete, bis es in meinen Mund kam und er es mir in den Bauch schüttete; die Menge entsprach einem spanischen sombre, was einem englischen Maßkrug (2,25 l) entsprach; die ersten beiden Verabreichungen nahm ich erfreut an, so ausgetrocknet war ich nach meinen Folterqualen, und ich trank vergleichsweise so, als hätte ich drei Tage vorher nicht getrunken.


Wasserfolter Doch danach, bei der dritten Abfüllung begriff ich, dass diese Wassermengen als Foltermethoden angewandt werden, oh erstickende Qualen! Ich schloss meine Lippen, dieser eifrigen Grausamkeit widerstehend. Woraufhin der Alcalde (Gefängnisdirektor) erzürnt war und meine Zähne mit ein paar eisernen Klammern auseinanderzog und sie dort bei jeder folgenden Anwendung hauptsächlich mit der Hand festhielt; woraufhin mein ausgehungerter Bauch riesig anschwoll, trommelartig ausgepolstert wuchs, denn es bestand eine erstickende Qual, angesichts der Tatsache, dass ich mit dem Kopf nach unten hing, und das Wasser selbst in meinen Hals zurückquoll, mich mit würgender Kraft strangulierte und mir die Luft abschnürte vor Japsen und Ächzen. "

Hippolyt de Marsilis, ein Richter des 16. Jahrhunderts, hält man für den Erfinder einer besonders verfeinerten Form von Wasserfolter. Nachdem er beobachtet hatte, wie Wassertropfen, einer nach dem anderen, auf einen Stein fallend, diesen nach und nach aushöhlten, übertrug er diese Methode auf den menschlichen Körper.

Die Opfer wurden festgezurrt, sodass sie sich nicht bewegen konnten und sodann wurde kaltes Wasser langsam auf eine eng begrenzte Körperzone getropft. Die Stirn wurde als die geeignetste Stelle dieser Art von Folter erachtet: die Gefangenen konnten jeden Tropfen auf sich zukommen sehen und wurden nach und nach in den Wahnsinn getrieben.

Eine Alternative war es, einen kontinuierlichen Strahl Wassers aus einer gewissen Höhe auf die Stirn des Opfers zu richten.

Wasserfolter Ähnlich war die Behandlung, die in amerikanischen Gefängnissen im 19. Jahrhundert ersonnen worden war:
Ein unbequemer Sträfling wurde in eine Duschzelle unter Berieselung mit eiskaltem Wasser gesperrt. Derartige Bestrafung konnte sich als tödlich erweisen - im Jahr 1858 wurde jede Art von Wasserfolter in amerikanischen Gefängnissen verboten.
Der Tauchstuhl
Tauchstuhl Ein Gerät, das nicht der Folter, sondern der Bestrafung diente war der Tauchstuhl.
Er bestand in seiner einfachsten Form aus einem Stuhl oder Hocker, der am einen Ende eines langen Balkens hing. Der Balken wurde entweder durch ein Gewicht oder durch die Kraft mehrerer Menschen bewegt. Manchmal war er auf einem Gestell mit Rädern befestigt, dann nannte man ihn trebuchet, oder Baumschaukel, nach dem Katapult in der mittelalterlichen Kriegskunst. Eine Abänderung war der Sünderkarren. Er hatte zwei Räder und zwei etwa viereinhalb Meter lange Deichseln, an denen er geschoben wurde. Einen dieser Sünderkarren, in dessen Holzrahmen die Jahreszahl 1686 eingeritzt war, gab es früher in Wootton Bassett in Wiltshire.

Das Opfer wurde auf dem Sitz angebunden und dann langsam ins Wasser herabgelassen, normalerweise in irgendeinen schlammigen oder stinkenden Tümpel. Dieser Vorgang konnte einige Male wiederholt werden, bis das Opfer heftig nach Atem ringend halb ertrunken war - oder, wie in mindestens einem Fall, den Tod fand. Diese Strafe war zänkischen Weibern und Huren zugedacht, und in England und Schottland gleichermaßen beliebt.